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Jahrestagung Verbandsarbeit

Rückblick Jahrestagung „Gymnasium“

Gemeinsam sind wir drei Tage lang aus dem getakteten Alltagsstrudel ausgebrochen und haben meta- und multiperspektivisch auf die Fragen unserer Zeit geschaut:

Prof. Magnus Striet zeichnete ein Porträt des Menschen in der von Krisen geprägten Gesellschaft heute und nannte Bedingungen, unter denen die Rede von Gott hier noch möglich ist. Glaube müsse sich immer dessen bewusst sein, dass er Glaube ist. Letztendlich sei er nichts anderes als die Hoffnung, die der Jude Jesus in sein Leben hineinbuchstabiert hat.

Dr. Regina Elsner beleuchtete friedensethische Paradigmen der deutschen Theologien und der römisch-katholischen Kirche. Sie erklärte wie Religion – vertreten durch die russische Orthodoxe Kirche – als Teil der Kriegsideologie in Russland fungiere und nannte Herausforderungen für unsere friedensethische Tradition. Diese dürfe keines Falls naiv sein, sie müsse vielmehr die eigene Begrenztheit und Bedingtheit anerkennen und vor allem den Betroffenen zuhören.

Vor dem Hintergrund des enormen Machtmissbrauchs in und des Ausschlusses von Menschen aus der katholischen Kirche skizzierten Claudia Danzer und Dr. Franca Spies die Notwendigkeit und das Potential von diversitätssensibler Theologie. Sie sensibilisierten dafür, dass Theologie immer kontextuell ist und jede*r die eigene Positionalität (Wer darf Theologie treiben? Wen rezipiere ich und wen nicht?) reflektieren muss. Theologie müsse das Heil im Blick haben, ihre Anthropologie – frei nach Gal 3,27 – Dualismen überwinden, die Gotteslehre geschlechtstypologische Zuschreibungen unterlaufen und die Christologie zur Parteinahme für Ausgegrenzte und nicht Gesehene ermutigen.

Von diesen drei großen Themen ausgehend haben wir Ressourcen, die der Religionsunterricht heute anbieten kann, erschlossen: Unterrichtspraktische Workshops zum Theologisieren, zum Potential christlicher Friedensethik, zu einer friedensfördernden Schulkultur, zu diversitätssensiblem Religionsunterricht, zu außerschulischen Kreativprojekten, zur Achtsamkeit und zu ethischen Herausforderungen im Umgang mit KI ermöglichen uns Lehrpersonen, dahingehenden Fragen und Anliegen unserer Schüler*innen adäquat zu begegnen.

Das Programm bot vielfältige Austauschmöglichkeiten zum Religionsunterricht: In der Mitgliederversammlung des VKRF wurde unter anderem ein Positionspapier zu christlichem Religionsunterricht diskutiert. Das Podium mit Ordinariatsrätin Susanne Orth, Bettina Bächlin (Referat Gymnasien EO), Valentin Schneider (ZSL), Dr. Sabine Mirbach (IRP) und dem Weihbischof Dr. Dr. Christian Würtz gab Raum für viele aktuelle Themen und war von einer konstruktiven Lebendigkeit geprägt.

Impulse, das Angebot von Meditationsraum und Filmabend und insbesondere der Gottesdienst mit Herrn Weihbischof Dr. Dr. Würtz sowie das festliche Abendessen mit musikalischer Unterhaltung am Donnerstag rundeten das Programm ab.

Wir danken allen Teilnehmenden und Mitgestaltenden und hoffen, Sie nächstes Jahr wieder begrüßen zu dürfen. Bis zu den Weihnachtsferien können Sie noch die vielfältigen Tagungsmaterialien herunterladen. Eine erfüllte Advents- und Weihnachtszeit!

Laura Mayer (IRP)